Die MobileHCI-Konferenzen stehen für das Zusammentreffen innovativer Arbeiten und Ideen zum Ökosystem mobiler, intelligenter und eingebetteter Geräte. Rogério Bordini, Doktorand des ACI, hatte in diesem Jahr die Ehre, im Promotionskonsortium die Studie „A Mobile App to Combat Loneliness and Social Isolation Among University Students“ vorzustellen.   

Rogério Bordini entwickelte in dem Projekt die Noneliness-App mit dem Ziel, die soziale Isolation und Einsamkeit unter Universitätsstudenten zu verringern. Die mobile Anwendung erschafft über ein auf Fragen basierendes, spielerisches System soziale Möglichkeiten innerhalb eines kollaborativen Netzwerks lokaler Benutzer. Durch Funktionen wie Veranstaltungen (z.B. Organisation von lokalen Treffen) und Chats (z.B. textbasierte Interaktion) können die Anwender eine sichere Online-Gemeinschaft gegenseitiger Hilfe aufbauen. Helfer werden für die Unterstützung Hilfsbedürftiger, sei es bei Online- oder persönlichen Treffen, mit spielerischen Elementen (z.B. „gratitude points“, Abzeichen und Erfahrungspunkte) belohnt.

User interface of Noneliness, a mobile app to combat loneliness and social isolation among university students

MobileHCI 2020

Die MobileHCI (ACM Conference on Human-Computer-Interaction with Mobile Devices and Services) ist eine wissenschaftliche Konferenzserie, die Neuheiten in Analyse, Design, Bewertung und Anwendung von Techniken und Ansätzen der Mensch-Computer-Interaktion für alle mobilen Computergeräte, Software und Dienste abdeckt. Die Ausgabe 2020 sollte ursprünglich in Oldenburg, Deutschland stattfinden, wurde aber aufgrund der COVID-19-Pandemie online über die webbasierten Plattformen CLOWDR und Zoom abgehalten. Unsere Präsentation ist in diesem Video zu sehen.

Auf der Konferenz wurden neben den wichtigsten Funktionalitäten und Designansätzen der App auch die vorläufigen Ergebnisse zweier User-Experience-Einstellungstests vorgestellt. Auf Basis der zwischen 2019 und 2020 mit 33 Studierenden an der Hochschule Offenburg durchgeführten Erhebungen konnten potenzielle Erkenntnisse gesammelt werden, wie eine App gestaltet sein sollte, um die Einsamkeit und soziale Isolation von Universitätsstudenten zu verringern. Erste Ergebnisse deuteten außerdem darauf hin, dass das allgemeine Konzept der Noneliness-Apps vielversprechend für den Aufbau stärkerer Bindungen zwischen internationalen und einheimischen Studenten sowie der Universitätsverwaltungen ist.

Eine App gegen Einsamkeit

Damit greift das Projekt ein dringendes Problem auf, welches von Forschern und Universitätsgemeinschaften zunehmend diskutiert wird: die Zunahme psychischer Erkrankungen unter Universitätsstudenten, welche durch die während der Pandemie ergriffenen Maßnahmen zur sozialen Isolation noch verstärkt wird. Etliche Einrichtungen unterstützen Apps zur Förderung der psychischen Gesundheit von Studenten. Diese Mittel werden einerseits als vielversprechende Lösungen angesehen, andererseits bleibt ihre Wirksamkeit zur Bekämpfung der Einsamkeit und sozialen Isolation von Studenten umstritten.

In einer Welt, in der mobile Geräte immer untrennbarer mit dem Leben der Menschen verbunden sind, ist es unerlässlich zu untersuchen, wie solche technologischen Ressourcen als Verbündete in Fällen von psychischen Erkrankungen und psychischen Belastungen wie Einsamkeit dienen können. Deshalb arbeiten wir aktiv an der Implementierung und Verbesserung einer funktionalen Version der Noneliness-App, die im zweiten Semester 2020 mit mehr Universitätsstudenten getestet werden soll. Weitere Ergebnisse bezüglich des Designs und der Wirksamkeit der App werden demnächst veröffentlicht. Bleiben Sie auf dem Laufenden!

Weiterführende Links:

In der Zwischenzeit finden Sie hier weitere Informationen:

Video der Präsentation auf der MobileHCI

● Link zum MobileHCI 2020-Paper (wird demnächst aktualisiert)

● Plattform der Open Science Foundation

Wir danken den Organisatoren der MobileHCI 2020 für die freundliche Unterstützung sowie den Professoren des Doktorandenkonsortiums für die relevanten Vorschläge zur Weiterentwicklung unserer Forschungsarbeit.